Geschichte der Stadt Bergheim

Geschichte der Stadt BergheimBergheim - eine Stadt mit Tradition

Bergheim wird erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1028 erwähnt, in welcher Hezelin, der Bruder des Pfalzgrafen Ezzo, die ihm gehörige Grundherrschaft Bergheim, die ehemals aus Königsgut stammte, an die Abtei Kornelimünster bei Aachen verschenkte. Die Abtei an der Inde verblieb bis zum Ende des Alten Reiches im Besitz der Grundherrschaft von Bergheimerdorf, zu welcher die meisten Orte der heutigen Stadt gehörten.

Die der Abtei Kornelimünster als Grundherrin gehörende Pfarrkirche St. Remigius zu Bergheimerdorf wurde 1175 durch den Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg geweiht. Von diesem Bau haben sich noch das Querschiff, der Chor mit weiter, halbrunder Apsis und die beiden grazilen Flankentürme erhalten. St. Remigius gilt nach der Abtei Brauweiler (Stadt Pulheim) als der bedeutendste romanische Kirchenbau im Rhein-Erft-Kreis. Die Pfarrkirche war im Mittelalter Hauptort der gleichnamigen Christianität, zu welcher um 1300 bereits 87 Kirchen gehörten.

Die Gerichtsbarkeit (Vogtei) über die Bergheimer Grundherrschaft übten seit dem Beginn des 13. Jahrhunderts die Grafen von Jülich aus. Die Grafen von Jülich erbauten hier eine Burg mit einer Burgsiedlung, aus welcher sich später die Stadt Bergheim entwickelte. Bergheim erhielt wohl um 1300 Stadtrechte. Im Jahr 1312 wird es erstmals als Stadt erwähnt. Bis 1335 blieb Bergheim Sitz einer Nebenlinie des Jülicher Grafenhauses. Nach dem Tod des letzten Herrn von Bergheim wurde es Sitz eines gleichnamigen Amtes im Herzogtum Jülich. Der Amtsbezirk reichte von Dormagen im Norden bis Wesseling im Süden.

Die Stadt Bergheim war im Mittelalter von zwei Stadttoren und einer rechteckigen Mauer gesichert. Von der Befestigung sind noch heute das Aachener Tor als Wahrzeichen der Stadt sowie große Teile der Umwehrung mit Türmen erhalten. Im Mittelalter war Bergheim Zoll- und Münzstätte der Herzöge von Jülich sowie Marktort. Auch ließen sich hier jüdische und lombardische Kaufleute nieder. Einheimische Fernhandelskaufleute, welche die großen rheinischen und niederländischen Messen besuchten, waren vor allem im Waid- und Tuchhandel tätig.

1542 wurde die Stadt in Folge der kriegerischen Wirren zwischen dem Landesherrn sowie Kaiser Karl V. weitgehend zerstört. Die alte Bedeutung konnte Bergheim seither bis zum 19. Jahrhundert nicht wieder erlangen. Nach dem Ende des alten Reiches und dem Übergang an Frankreich wurde Bergheim Hauptort des gleichnamigen Kantons, nach der Besitzergreifung durch Preußen 1816 Kreisstadt. Bergheim setzte damit seine Tradition fort, übergeordnetes Verwaltungszentrum zu sein.

Der abermalige Aufschwung der Stadt begann mit der Industrialisierung in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts. Besonders die Braunkohlengruben in der Nähe der Stadt sowie der Anschluss an das rheinische Eisenbahnnetz trugen in erheblichem Maße zur städtischen Entwicklung bei. Bereits 1935 arbeiteten mehr Menschen in den großen Industriebetrieben - wie Braunkohle- und Chemiewerken – als in der Landwirtschaft und in den sonstigen Gewerben.

Im Zweiten Weltkrieg hatte Bergheim durch Bombardierungen der Alliierten und durch die Kampfhandlungen anlässlich der Besetzung im März 1945 stark zu leiden. Insgesamt wurden 4,2 % der Wohnhäuser total zerstört, 11,8 % schwer und 37,6 % leicht beschädigt. Nach Ende des Krieges nahm Bergheim über 5000 Flüchtlinge aus den Ostgebieten auf, welche die konfessionelle sowie soziale Zusammensetzung der einheimischen Bevölkerung in bis dahin nicht gekanntem Ausmaße veränderten.

Durch die Bildung des Amtes Bergheim aus dem Zusammenschluss der Ämter Bergheim und Paffendorf sowie der Gemeinde Hüchelhoven noch im Jahr 1937 wurde die verwaltungsmäßige Voraussetzung für das in den Nachkriegsjahrzehnten starke Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum gelegt. Von 1945 bis heute stieg die Einwohnerzahl um mehr als das Dreifache.

Seit der kommunalen Neugliederung 1975 besteht Bergheim aus 15 Stadtteilen, ist Sitz des Rhein-Erft-Kreises, zahlreicher Verwaltungen und ist mit über 63.000 Einwohnern neben Kerpen die bevölkerungsreichste Kommune im Rhein-Erft-Kreis und eines der am schnellsten wachsenden wirtschaftlichen Zentren.

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