Lechenich – eine rheinische Stadt (Stadtführung)

bgv_10_02_02Samstag, den 25. September 2010

Lechenich wird erstmals 1138 urkundlich erwähnt.
An der Fernstraße Bonn-Aachen war in der Umgebung des heutigen Marktes eine Siedlung entstanden, deren Bewohner dem Stift St. Aposteln in Köln zinspflichtig waren. Nachdem es Erzbischof Konrad von Hochstaden 1256 gelungen war, bei einem Gütertausch mit St. Aposteln alle Gerichtsrechte in Lechenich und die Häuser am Markt an sich zu bringen, begann er mit dem Bau einer planmäßig angelegten Stadt, deren Zentrum die Marktsiedlung war. Die relativ kleine Stadt wurde durch hohe Mauern und Wassergräben geschützt. Der Zugang in die Stadt war nur durch zwei Stadttore möglich. 1271 war die Verlegung der Burgsiedlung in die Stadt weitgehend abgeschlossen. Erzbischof Siegfried von Westerburg verlieh Lechenich am 15. September 1279 schließlich die Stadtrechte.
Die Stadt wurde 1301 zusammen mit der Burg in einer Auseinandersetzung des Erzbischofs mit dem König auf dessen Befehl vom Grafen von Jülich und seinen Verbündeten zerstört. Die Mauern und Tore wurden nach 1306 wieder aufgebaut. Im Jahre 1306 begann der Kölner Erzbischof Heinrich von Virneburg (1306-1332) mit dem Neubau einer Burg an der Nordostecke der heutigen Stadt. Die ehemalige Landesburg Lechenich der Erzbischöfe und Kurfürsten von Köln liegt heute im Halbrund von Parkanlagen umgeben in der Nordostecke der Altstadt von Lechenich. Die am Anfang des 14. Jahrhunderts in Backstein errichtete durch Gräben geschützte Wasserburg wurde seit dem 16. Jahrhundert auch als Schloss bezeichnet. Die Landesburg gehörte zu den mächtigsten rheinischen Burganlagen. Als Festungsstadt bildeten Burg und Stadt eine Einheit. In zahlreichen Urkunden und Berichten heißt es stets „Burg und Stadt Lechenich" oder „Schloss und Stadt Lechenich. Die Landesburg diente im 14. und in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts oftmals als Residenz der Kölner Erzbischöfe. Sie war darüber hinaus Verwaltungs- und Gerichtszentrale des Amtes Lechenich.
Die stark befestigte wurde im 16. und 17. Jahrhundert wegen ihrer strategischen Bedeutung in die Pläne der kriegführenden europäischen Mächte einbezogen. Die Stadt und ihre Bevölkerung wurde mehrmals Opfer großer Stadtbrände. Schwere Auswirkungen hatten die Stadtbrände 1702 und 1744, wobei fast alle Häuser verbrannten. Die Kirche wurde von 1746 bis 1749 als barocke Hallenkirche erbaut, ein neues Rathaus von 1752 bis 1756 auf dem Marktplatz errichtet. - Lechenich verlor seine Stadtrechte 1798 und versank in der Folgezeit weitgehend in die Bedeutungslosigkeit, auch bedingt durch Veränderung der überregionalen Verkehrswege und die Platzierung des neuen Bahnhofs im nahe gelegenen Liblar.

Weitere Informationen: www.erftstadt.de und das Buch von Frank Bartsch, Hanna Stommel: Lechenich von der Römerzeit bis heute, Bürgergesellschaft Lechenich, 2004

Tourinformartionen

Referent: Frank Bartsch
Beginn: 15:00 Uhr
Treffpunkt: Haupteingang des Historischen Rathauses, Markt 1, 50374 Erftstadt-Lechenich
Höchstteilnehmerzahl: 30 Personen
Dauer der Führung: ca. 2 Stunden

Private Anreise

Bitte bilden Sie nach Möglichkeit Fahrgemeinschaften. Parkmöglichkeiten bestehen auf dem Parkplatz an der benachbarten Schloßstrasse. Auf dem Markt sind die Parkzeiten auf nur 1 Stunde begrenzt.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Lechenich ab Bergheim mit der Buslinie 922 bis Kerpen-Rathaus und von dort mit der Buslinie 920 bis Lechenich-Markt erreichbar. Fahrzeit ca. 90 m.

Anmeldung erforderlich: ab sofort unter 02271/ 9 15 38 (Frau Berg)

Kontakt

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